Zur Geschichte des Stockmacherhandwerks

Im Jahr 1836 kam der Stockmacher Wilhelm Ludwig Wagner (1809-1864) aus Eddigehausen bei Göttingen nach Lindewerra und prägte dessen wirtschaftliche Entwicklung entscheidend. Er begann mit der Gehstockherstellung, wozu er die Schösslinge der Eichenwaldungen im Höheberg und in der Harth nutzte. Vielen Dorfbewohnern, die in der Stockanfertigung eine Chance erkannten, wurde er zum Lehrmeister.

1860 gab es in Lindewerra bereits sechs Stockmacher mit acht Gesellen. 1915 wurden in 15 Familienbetrieben Stöcke hergestellt. Die jährliche Produktion von 150.000 Stöcken vor dem Ersten Weltkrieg steigerte sich bis auf eine halbe Million Ende der 20er-Jahre.

Im Jahr 1951 schlossen sich 21 Stockmacherbetriebe der Einkaufs- und Liefergenossenschaft des holzverarbeitenden Handwerks in Heiligenstadt an. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden jährlich - vorwiegend für den Export - ca. 350.000 Stöcke produziert.

Von 1990 bis 2000 firmierten sieben Stockmacherbetriebe als Stockmanufaktur Lindewerra GmbH & Co. KG.

Durch die Beteiligung an internationalen Messen in Paris, Birmingham, Stockholm, New York, Bangkok, Tokio u. a. erhöhte sich Bekanntheitsgrad der Stöcke aus Lindewerra erheblich.

Lindewerra gilt noch heute als das Stockmacherdorf Deutschlands.

Besuchen Sie doch Lindewerra im Internet oder kommen Sie persönlich zu uns. Das Stockmachermuseum nimmt Sie mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Stockmacherhandwerks und beantwortet Ihnen viele Fragen zum Werdegang des Stockes.

Für Interessierte gibt es auch eine Schauwerkstatt. Bei einer Führung können Sie erleben, wie aus einem Edelkastanien-Rohling ein Wanderstock wird. Anschließend können Sie im Gasthaus „Zur Alten Stockmacherei“ einkehren.

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